Eine Oase an der Nordseeküste: Sylter Stadtgeflüster

Als ich zum ersten Mal im Restaurant Sylter Stadtgeflüster in Westerland war, habe ich mich sofort wohl gefühlt. Von der örtlichen Umgebung inspiriert, ermöglicht die Inneneinrichtung des Lokals Träume von Strand, Sonne und Urlaub am Meer. Das ist sehr wichtig in einem Ort, an dem der Nordsee Wind häufig und heftig weht und einem nicht immer zum Verweilen am Strand einlädt. Als Galicierin mit Erfahrung in Sachen atlantischer Nord-West-Wind und Dauer-Sommerregen weiß ich sehr genau, solche Orten zu schätzen.

Auch dank des freundlichen Services und der wunderbaren Küche von Chefköchin Davina Dähn und ihrem Team wurde dieses Restaurant für mich zu einer Oase, die ich nicht so schnell verlassen wollte.

Für frauchefkoch hat mir Davina Dähn ihre Story erzählt.

Interview mit Davina Dähn

Wie bist du Chefköchin geworden? Bitte erzähle mir deine Geschichte.

Schon während meiner Ausbildung zur Konditorin hat mich das Kombinieren von Zutaten und das Anrichten sehr interessiert und inspiriert. Somit habe ich im Anschluss die Ausbildung zur Köchin absolviert, zu meinem „Glück“ direkt in der Sterne-Gastronomie. Und zwar im Restaurant Orangerie  ( 1 Michelin Stern ) im Maritim Seehotel (4 Sterne), Timmendorfer Strand.  Hier konnte ich meine Interessen und Leidenschaften vertiefen und ausleben.

„Meine Küche vereint die Deutsche und Französische Küche, ist regional und saisonal ausgerichtet und experimentell.“

Beschreibe deine Küche mit eigenen Worten. Warum hast du dich auf diese Küche spezialisiert?

Meine Küche vereint die Deutsche und Französische Küche, ist regional und saisonal ausgerichtet und experimentell. Hin und wieder bediene ich mich aber auch der asiatischen Kochkünste. Ich lasse mich gerne inspirieren! Meine Vorliebe ist die Patisserie (Kuchen, Torten und Desserts). Torten und Kuchen sind seit jeher meine Leidenschaft und es bis heute geblieben.

Wie ist deine Herangehensweise beim Kochen und an deine Küche?

Ruhe ausstrahlen, klare Arbeitsanweisungen, motivierende Stimmung im Team, eine Aufgabe nach der anderen, ohne das notwenige Tempo zu verlieren. Meine Herangehensweise an Gerichte: Ausrichtung nach saisonaler und regionaler/lokaler Verfügbarkeit.

 

Wie ist die Geschlechteraufteilung in der Sylter Gastroszene aus deiner Sicht ?

Es sind auf jeden Fall seit jeher mehr Männer als Frauen. Speziell auf Sylt habe ich gemerkt, dass auch im Service der Restaurants mehr Männer als Frauen arbeiten.

Wie war die Geschlechteraufteilung außerhalb Sylt?

Auch außerhalb von Sylt dominieren die Männer in diesem Beruf. Ich habe vorab in Lübeck, Timmendorfer Strand, auf dem Schiff MS River Cloud und in drei verschiedenen Restaurants in Lüneburg gearbeitet.

Wie vielen Chefköchinnen bist du in deiner Laufbahn begegnet?

Ich bin bisher zwei Chefköchinnen begegnet und habe sie kennengelernt.

 

„Man(n) ist den ganzen Tag (teilweise bis zu zwölf Stunden) in der Küche / auf der Arbeit und hat wenig Zeit für Freunde, Familie und das eigene Privatleben.“

Was denkst du: Gibt es mehr oder weniger Frauen in dieser Position in Vergleich zu den Männern, die als Chefkoch arbeiten? Und woran könnte es deiner Meinung nach liegen?

Es sind wenige Frauen und ich denke dass es daran liegt, dass der Beruf Chefkoch auch hohe körperliche Belastung mit sich bringt. Man(n) ist den ganzen Tag (teilweise bis zu zwölf Stunden) in der Küche / auf der Arbeit und hat wenig Zeit für Freunde, Familie und das eigene Privatleben. Gerade in Familien ist es dann auch heutzutage meist der Mann, der Arbeiten geht, während die Frau sich um die Kinder kümmert ( auch wenn der Trend mittlerweile dahin geht, dass immer mehr Männer länger Zuhause bei den Kindern bleiben ).

 

„Grundsätzlich wird weniger über Chefköchinnen berichtet, weil es weniger von ihnen gibt.“

Wie viele der Chefköchinnen werden in den Medien vorgestellt im Vergleich zu den männlichen Mitstreitern? (bitte denkt an Print, Radio, Tv)
Gibt es dafür eine Erklärung? Was denkst du darüber?

Grundsätzlich wird weniger über Chefköchinnen berichtet, weil es weniger von ihnen gibt. Aber ich denke auch, dass Frauen sich ein wenig mehr zurücknehmen. Die Art der Berichterstattung über eine Cornelia Poletto ist zum Beispiel eine ganz andere, als die über einen Herrn Rach oder Herrn Henssler.

Wer inspiriert dich in deiner Tätigkeit als Chefköchin? Hast du Vorbilder/Idole? Nenne wenn möglich bitte drei.

Roland Trettl, Harald Wohlfahrt und Kevin Fehling (alle drei gehen mit so viel Ehrgeiz an die Sache – kaum vorstellbar!!)

 

Wer sind die bessere Chefköche: Frauen oder Männer?

Wer es zum Chefkoch geschafft hat und trotzdem schlecht auf seinem Gebiet ist, hat höchstwahrscheinlich richtig gut geschummelt oder irgendwen bestochen 😉 Nein, im Ernst: Ich denke, dass WIR ALLE (weibliche und männliche Chefköche) auf unserem Gebiet und mit unseren Talenten und Ideen richtig gut sind. Denn schließlich kochen alle nur mit Wasser. Da ist es schwierig besser als der andere zu sein, denn es geht ja letztendlich auch noch um das Zusammenspiel mit dem Geschmack und den Vorlieben der Gäste – d.h. der Personen – die unsere Kunst genießen.

Dieser Text stammt aus einem E-Mail Interview mit Davina Dähn. Der Originaltext der Antworten stammt von Davina Dähn.

Bist du eine Chefköchin und möchtest mir deine Story erzählen, um diese auf frauchefkoch zu veröffentlichen? Oder kennst du eine Chefköchin, die mir ihre Story für frauchefkoch erzählen könnte? Dann schreibe mir eine E-Mail, ich freue mich auf deine Geschichte!

Wenn du mehr über Davinas Kochkünste erfahren möchtest, kannst du sie auf Instagram  folgen.

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26. August 2018

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